T4. Ophelias Garten

5. September 2017 / 19.30 Uhr / Saal 1

Hieronymus-Runde
»T4. Ophelias Garten«

Kirsten Maria Düsberg in Lesung und Gespräch mit
Ellen Bräunig und Markus Sahr

 

Deutschland, Kriegswinter 1941: Ophelia kultiviert eigensinnig ihre Blumen, als sie Besuch von einer Krankenschwester erhält, mit der sie Freundschaft schließt. Doch Gertrud ist eine Beauftragte der »Aktion T4«. – In der Berliner Tiergartenstraße 4 wurden seit Beginn des Zweiten Weltkrieges die Massenmorde an kranken und behinderten Menschen durch die sozialdarwinistisch ausgerichtete Medizin und Psychiatrie des Nationalsozialismus organisiert. Mit außergewöhnlicher Courage und Sensibilität haben sich der italienische Autor und Regisseur Pietro Floridia und die beiden Schauspielerinnen Micaela Casalboni und Paola Roscioli aus Bologna dieses Themas angenommen, das sich jeder poetischen Darstellung widersetzt. »T4. Ophelias Garten« gewährt dem deutschen Publikum einen ungewöhnlichen und berührenden Zugang zu dieser Vergangenheit und schärft den Blick auf die Gegenwart. Entstehung, Übersetzung und Veröffentlichung des Werkes lassen zudem die verschlungenen Pfade im Unterholz der deutsch-italienischen Beziehungen aufscheinen.

Kirsten Maria Düsberg lebt seit vielen Jahren in Italien. Sie hat das 2006 in Neapel erschienene Stück »Tiergartenstrasse 4 – Un giardino per Ofelia« ins Deutsche übersetzt; es ist 2016 im Verlag Psychiatrie und Geschichte (Hrsg. Thomas Müller) erschienen.

Eintritt frei

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

Informationen unter 0341 3310197 oder info@faehre-sachsen.de

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Donnerstag, 13. Juli
19:30 Uhr
Literaturcafé im Haus des Buches

„Übersetzung und Öffentlichkeit in China“:
WOLFG
ANG KUBIN i
n Lesung und Gespräch

Was geschieht, wenn jemand aus dem Chinesischen ins Deutsche übersetzt? Was geht verloren, was kommt hinzu? Wie lang ist der Schatten, den das chinesische Zeichen wirft?

Wolfgang Kubin übersetzt seit vielen Jahren klassische wie moderne chinesische Dichtung, auch die Dichter im Exil wie die für den Nobelpreis gehandelten Bei Dao oder Yang Lian. Wie blickt er selbst auf sein Handwerk, seine Kunst?

Akzeptabel erscheint ihm eine Äußerung des in der Schweiz geborenen Lyrikers Yang Lian: „Wer ein chinesisches Gedicht in seiner deutschen Übersetzung liest, der sollte ihm einen Platz in der deutschen Literatur geben und dann entscheiden, ob es gut oder schlecht ist.“ Kubin zitiert diese Ansicht in seinem Buch „Die Stimme des Schattens“.

Die Dichter also im Exil, in Neuseeland, den USA, in London, Berlin – und ihr Übersetzer? „Warum fährt ein Mensch nach Peking?“, fragt der Essayist Wolfgang Kubin Mitte der 90er Jahre unter der Maske des „Fremden“ sich selbst. „Künden nicht Tag für Tag die Nachrichten von den überholtesten und abscheulichsten Dingen?“ Doch, einmal vor Ort: „Sehr schnell ist er, was er immer sein wollte, ein Mensch unter Menschen.“

Wolfgang Kubin, 1945 in Celle geboren, studierte Evangelische Theologie, Japanologie, Germanistik, Philosophie und Sinologie in Münster, Wien und Bochum. Er ist Lyriker, Essayist, emeritierter Hochschullehrer und Übersetzer moderner chinesischer Lyrik. Er lebt in Bonn und immer wieder in China.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins „Die Fähre“ e.V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und vom Kulturamt der Stadt Leipzig

 

 

 

BLOOMSDAY 2017 James Joyce »Ulysses«

16. Juni 2017 / 19.30 Uhr / Literaturcafé/Garten
 
BLOOMSDAY 2017
James Joyce »Ulysses«
Noil Branc 2012
Noil Branc 2012
Szenische Lesung mit Nicole Haase, Fabian Dellemann, Markus Sahr u.a.

Seit 1954 wandelt Dublin jeden 16. Juni auf den Spuren seines literarischen Ehrenbürgers Leopold Bloom, dem Protagonisten aus James Joyces »Ulysses«. Die Stadt feiert, singt und – man muss es sagen – säuft. Aber nicht nur Dublin, inzwischen hat der Bloomsday sogar in Städten wie Tokio oder dem kroatischen Pula Tradition.

Dieses Jahr schließt auch Leipzig sich den Festivitäten an, mit einer szenischen Lesung aus dem Roman. Der Anglist und Joyce-Enthusiast Fabian Dellemann führt in das Werk ein, jene moderne Odyssee, die einen einzigen Tag im Jahre 1904 umfasst und ganz nebenbei die gesamte westliche Schriftkultur Revue passieren lässt. Mittendrin Bloom, Jude mit ungarischen Wurzeln, ein Außenseiter, Antiheld, Alltagsabenteurer. Begleiten Sie ihn auf seinem fährnisreichen Weg durchs alte Dublin, ins Ormond-Hotel, wo er umschwirrt von den Bardamen Miss Douce und Miss Kennedy – den homerischen Sirenen – zu Mittag isst.

Es lesen die Schauspielerin Nicole Haase und Markus Sahr vor musikalischem Hintergrund.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

 

 

 

 

Mittwoch, 1. Februar
19.30 Uhr
Literaturcafé

ANGOLA ENTDECKEN!
Lesung mit Barbara Mesquita

Luanda, die Hauptstadt Angolas, gilt als teuerste Stadt der Welt, gleichzeitig ist sie als Ort tiefer sozialer Gegensätze verschrien. Mehrfach hielt Barbara Mesquita sich dort zu Dolmetschzwecken auf, früh auch übersetzte sie den angolanischen Schriftsteller und Befreiungskämpfer Pepetela und dessen hochkomischen Kriminalroman „Jaime Bunda, Geheimagent“ (ein afrikanischer Kollege James Bonds).

Vamos descobrir Angola! – „Entdecken wir Angola“ – war 1948 das Motto einer Gruppe angolanischer Intellektueller, die sich auf der Suche nach einer eigenen angolanischen Identität zusammenschlossen. Barbara Mesquitas Anthologie entlehnt der Bewegung ihren Titel und stellt darunter fünfzehn zeitgenössische Autoren vor. Das Erscheinen des Buches, 2015, fiel in das Jahr, in dem Angola den vierzigsten Jahrestag seiner Unabhängigkeit feierte.

„Wäre der deutsche Buchmarkt nicht ganz auf die englischsprachige Literatur ausgerichtet, dann gehörten Autoren wie Pepetela oder Luandino Vieira schon lange zur Weltliteratur“, so die Herausgeberin und Übersetzerin.

Geboren 1959 in Bremen, hat Barbara Mesquita nach dem Abitur zwei Jahre in Porto gelebt und anschließend in Hamburg Romanische Philologie, Germanistik und Politikwissenschaft studiert. Sie ist Freie Literaturübersetzerin und Konferenzdolmetscherin für Portugiesisch und Spanisch. Einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bildet die portugiesischsprachige Literatur Afrikas (Angola und Cabo Verde). 2002 wurde sie mit dem Förderpreis für literarische Übersetzung der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins „Die Fähre“ e.V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und vom Kulturamt der Stadt Leipzig

 

Im Schumann-Haus

Der französische Psychiater und Schriftsteller François Lelord (rechts) und sein Übersetzer Ralf Pannowitsch am 29. Oktober 2016 im Leipziger Schumann-Haus während des „Literarischen Herbsts“

Fotos: Copyright Schumann-Haus

„Hector und die Suche nach dem Paradies“ – Lesung und Gespräch mit François Lelord

Wir schreiben das Jahr 1978. Hector ist gerade 25 Jahre alt geworden und frisch examinierter Arzt. Mit seiner schönen Kollegin Clotilde, in die er heimlich verliebt ist, fliegt er nach Kathmandu. Sie sind auf der Suche nach Doktor Chin, einem reizenden alten Psychiater. Er muss gewarnt werden, denn er kennt das Geheimnis eines Tees, dessen Genuss überwältigende mystische Erfahrungen beschert – ein Geheimnis, das ganz unterschiedliche Parteien nur allzu gern für ihre Zwecke missbrauchen würden. Ein wunderbarer Roman über das große Rätsel der Transzendenz.

François Lelord (geboren 1953) schloss seine psychiatrische Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Sein Roman „Hectors Reise“ (2004) wurde ein Welterfolg. Lelord lebt in Paris und Bangkok.

Moderation: Ralf Pannowitsch

Musik: Sebastian Hensel (Viola), Rebecca Kaptain (Klavier)

Eintritt: 5,- / 3,- EUR

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und dem Kulturamt der Stadt Leipzig

2016

DAS WORT UND SEIN SCHATTEN:

GRENZWELTEN

 

 

 

 

OKTOBER (HAUS DES BUCHES):

Do, 20. 10., 18 Uhr Saal 1

 

Begegnungen in Triest / Grenzwelten

Gespräch mit Ilse Pollack und Matteo Colombi

Zwei ausgewiesene Kenner des einst größten Hafens der k.u.k. Monarchie lassen die literarische Szene der Stadt Revue passieren.

Die Österreicherin Ilse Pollack wuchs an der Grenze zu Slowenien (damals Teil von Jugoslawien) auf, studierte Romanistik in Wien und Paris und arbeitete nach ihrem Studium als Lektorin in Portugal. Der Gang nach Lissabon war für sie der Beginn einer umfangreichen Lehr- und Übersetzungstätigkeit. An der „Universidade Clássica“ war sie viele Jahre lang Lektorin und vermittelte in beide Richtungen. Als Journalistin schrieb sie für die Zeitschrift „Wiener Tagebuch“ zu Portugal (lesenswert noch immer ihr Buch „Fado – Lebensbilder aus Portugal“), portugiesischen Lesern suchte sie mit ihren Essays „Mundos de Fronteira“ („Grenzwelten“) die literarische Welt Mittel- und Südosteuropas näherzubringen.

Nach Österreich zurückgekehrt, wurde Triest zu einem Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Dort traf sie früh italienisch- und slowenischsprachige Autoren, die später auch im deutschsprachigen Raum bekannt werden sollten. Sie übersetzte aus dem Italienischen Scipio Slatapers Tagebücher „Mein Karst“ (auf Platz 2 der Südwestfunk Bestenliste) und machte den jung verstorbenen Schriftsteller und dessen Bekenntnis zum „zerrissenen Triest“ in Deutschland bekannt.

Der Italiener Matteo Colombi, in der Nähe von Bergamo geboren, studierte Slawistik in Bologna, Leipzig und Prag und promovierte mit einer Arbeit zu „Multiethnizität und Multikulturalität in Prag und Triest“. Er arbeitete am GWZO in Leipzig und lehrt an der Humboldt-Universität in Berlin.

 

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig.

Eintritt 3.- / ermäßigt 2.- Euo

 

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SEPTEMBER (Haus des Buches)

29.9. , 17 Uhr Saal 1: Internationaler Tag der Übersetzer 

Mit Reinhild Böhnke, Arne Braun, Thomas Eichhorn, Regina Karachouli,
Juliane Lochner, Ralf Pannowitsch und Markus Sahr

Anlässlich des Hieronymus-Tages am 30. September werden Mitglieder der FÄHRE in ihrer traditionellen Lesung neue Übersetzungen aus Lyrik und Prosa vorstellen.

In diesem Jahr stehen vor allem politische Texte im Mittelpunkt: Markus Sahr wird vier Gedichte präsentieren, die in einem ganz besonderen Zusammenhang stehen: Es geht um Krieg und Ängste – von Guernica bis Bagdad. Regina Karachouli stellt die libanesische Autorin Iman Humaidan mit ihrem Roman »50 Gramm Paradies« vor, in dem sie die Emigrationserfahrungen einer syrischen Journalistin, einer Kurdin und einer Libanesin beschreibt. Und Ralf Pannowitsch behauptet mit Daniel Klein: »Immer wenn ich den Sinn des Lebens gefunden habe, ist er schon wieder woanders.«

Dass der Sinn des Lebens nicht in Wahlen bestehen kann, beweist Arne Braun. Sie liest aus ihrer neuen Übersetzung des niederländischen Autors David Van Reybrouck »Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist.« Thomas Eichhorn lässt das Kaleidoskop seiner Lyrik-Übersetzungen aufblitzen. Es handelt sich um englische, französische und spanische Gedichte.
Reinhild Böhnke stellt den Roman »I Am No One« von Patrick Flanery vor, in dem die fatalen Folgen der NSA-Tätigkeit beschrieben werden. Juliane Lochner schließlich wird aus der Übertragung ihres neuesten Liebesromans »Eine hinreißende Affaire« von Tawna Fenske lesen.

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

 

Regina Karachouli liest aus Iman Humaidans Roman „50 Gramm Paradies“

Arne Braun nach ihrer Lesung

 

 

  1. April, 19:30 Uhr im Literaturcafé / Haus des Buches

JOANNA MANC UND RENATE SCHMIDGALL / GRENZWELTEN

 

Echo in den Gassen
Die Autorinnen in Lesung und Gespräch
Moderation: Markus Sahr

Junge polnische und deutsche Lyrik, jeweils gespiegelt im anderen Idiom. Die eine, Joanna Manc, schreibt Gedichte auf Polnisch und Deutsch, die andere, Renate Schmidgall, hat mit polnischen Gedichten angefangen und schreibt seit einiger Zeit ausschließlich deutsch.

Übersetzerinnen aus dem Polnischen sind beide: Renate Schmidgall, ausgezeichnet mit dem Europäischen Übersetzerpreis und dem Karl-Dedecius-Preis, überträgt etwa die späten Gedichte der polnischen Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska oder die Prosa von Andrzej Stasiuk ins Deutsche, macht aber auch mit jüngeren und jüngsten Autoren wie Łukasz Jarosz bekannt.

Joanna Manc, in Polen geboren und mit neun Jahren nach Deutschland gekommen, übersetzt gleichfalls ins Deutsche, bleibt in ihrer Lyrik jedoch der polnischen Muttersprache treu. Für ihre Gedichte erhielt sie beim Internationalen Lyrikwettbewerb»Féile Filíochta« in Irland 2008 den 2. Preis in der Kategorie »Deutsch«. Im Haus des Buches gestalten beide einen polnischen Abend und stellen dabei auch eigene Arbeiten vor.

Eintritt: 3,-/2,- EUR.
Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e. V. und des Kuratoriums Haus des Buches e.V., gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

 

 

So schleppe ich meine Kindheit von Wohnung

zu Wohnung, ungeöffnet. Als käme irgendwann

die Erleuchtung aus diesen Kisten,

ein Blitz, der alles erhellt: die trockene

 

Kehle, wenn die Luft, von Wein gesättigt,

in lauten, rauchigen Zimmern steht, wenn

uferlos Lachen die Wände durchbricht;

die Angst im Bauch, wenn einer die Tür schließt.

 

 

Renate Schmidgall

2015

 

DAS WORT UND SEIN SCHATTEN

(SCHREIBENDE ÜBERSETZER)

 

  1. JANUAR 

Marcelo Backes in Lesung und Gespräch
Moderation: Markus Sahr

Marcelo Backes, Nachfahre deutscher Einwanderer, wurde 1973 in Rio Grande do Sul geboren. Er studierte Germanistik und promovierte an der Universität Freiburg i.Br. Seit vielen Jahren übersetzt er aus dem Deutschen: Franz Kafka, Arthur Schnitzler, aber auch Zeitgenossen wie Ingo Schulze oder Saša Stanišić. Er lebt in Rio de Janeiro, in Ipanema, nah am Strand, und verlässt doch selten das Haus… Sein neuester Roman »A Casa Cai« (»Das Haus fällt«) erschien 2014.

Volker Hemken, Bassklarinettist des Gewandhausorchesters, wird den Abend musikalisch begleiten.

Eintritt 3,-/2,-EUR. Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins Die Fähre e.V. Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

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Foto: Nina Saroldi: Marcelo Backes, Markus Sahr, Volker Hemken

Volker Hemken spielt Tom Waits, Eric Dolphin, God bless the child, und, als Zugabe, Timo Jouko Herrmann, LE CHAT AUX BERGAMOTES (UA.) für Bassklarinette solo.

 

 

  1. MAI:

EIN DEUTSCHER IN BULGARIEN:

Thomas Frahm in Lesung und Gespräch mit Andreas Tretner

Thomas Frahm, geboren 1961 am Niederrhein, hat, um den Blick auf sich selbst zu klären, eine periphere Position bezogen: Er lebt in Bulgarien, kann wenigstens dieses Land und seine Menschen gut verstehen und immer besser erklären – wofür ihm Schreiben und Übersetzen gleichermaßen recht sind, wenn nicht gar zusammengehören. Vier große Romane aus seiner Feder stammen von Vladimir Zarev (Hanser Verlag), instruktive Essays (öfter für den »Merkur«) und subtile Erzählungen von ihm selbst, jedoch als ein Anderer. »Die beiden Hälften der Walnuss«, so heißt Frahms Versuch über das bulgarische Denken, der mit einem Brechtsatz endet: »Ein Mensch – das ist: zwei Menschen«, hier zum Beispiel, im Mindesten: Autor und Übersetzer.
Andreas Tretner ist Übersetzer aus dem Russischen und Bulgarischen.

Eintritt: 3,-/2,-EUR. Veranstaltung des Sächsischen Vereins zur Förderung literarischer Übersetzung »Die Fähre« e. V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

 

 

  1. JUNI 2015

Frank Heibert in Lesung und Gespräch. Moderation: Ralf Pannowitsch

Er hat Richard Ford übersetzt und Don DeLillo, Marie Darrieussecq und Yasmina Reza – starke Stimmen, die vielleicht in seinem Kopf widerhallen, wenn er eigene Erzählwelten erschafft? Oder sind Übersetzen und Schreiben wie zwei Züge, die auf verschiedenen Gleisen rollen und überhaupt nicht in Kollisionsgefahr geraten? – Frank Heibert, geboren 1960, lebt in Berlin. Er ist preisgekrönter Übersetzer, Schriftsteller (sein Roman „Kombizangen“ erschien bei Hoffmann und Campe), Jazzsänger und noch einiges mehr. Im Wintersemester 2015/16 wird er an der Freien Universität Berlin die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der literarischen Übersetzung bekleiden.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR. Veranstaltung des Sächsischen Vereins zur Förderung literarischer Übersetzung »Die Fähre« e.V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

 

DIE FÄHRE – Sächsischer Verein zur Förderung literarischen Übersetzens

 

 

Beispiele aus dem Programm 2014 – 2016

 

 

2014

 

  1. JULI

 

Bristol – Porträt einer Stadt 

Lesung auf Englisch und Deutsch
Moderation: Markus Sahr und Elmar Schenkel

David C. Johnson, geistreicher und – beg your pardon – schrulliger performance poet, der seine Gedichte in Kneipen, im Fahrradladen, auf Festivals und im BBC vorträgt, gibt der Hafenstadt Bristol literarische Kontur. Jenes Bristol in Südwestengland, von wo Jonathan Swift seinen Gulliver lossegeln lässt und wo Daniel Defoe sein Modell für Robinson Crusoe traf. Ein Ort des Sklavenhandels, der seinen Reichtum den Zuckerrohrfabriken in der Karibik und den schwarzen Sklaven verdankte, und Ausgangspunkt von Entdeckungen: John Cabot segelte auf der »Matthew« von hier nach Nordamerika und landete in Neufundland – new found land.

 

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Foto: Marten Cropped


D.J. über sich: »David Johnson is a witty and quirky performance poet, who mixes his stand-up humour with his own verse. His inspiration comes from the bizarre world that we live in combined with a wry commentary on change and progress.«

Eintritt: 3,-/2,-EUR. Veranstaltung Sächsischen Übersetzervereins Die Fähre e.V.

 

http://www.davidcjohnsonpoet.com

 

 

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Foto: Alex Johnson – am Tag nach der Lesung: David Johnson, Ralf Pannnowitsch, Fabian Dellemann, Markus Sahr