Donnerstag, 13. Juli
19:30 Uhr
Literaturcafé im Haus des Buches

„Übersetzung und Öffentlichkeit in China“:
WOLFG
ANG KUBIN i
n Lesung und Gespräch

Was geschieht, wenn jemand aus dem Chinesischen ins Deutsche übersetzt? Was geht verloren, was kommt hinzu? Wie lang ist der Schatten, den das chinesische Zeichen wirft?

Wolfgang Kubin übersetzt seit vielen Jahren klassische wie moderne chinesische Dichtung, auch die Dichter im Exil wie die für den Nobelpreis gehandelten Bei Dao oder Yang Lian. Wie blickt er selbst auf sein Handwerk, seine Kunst?

Akzeptabel erscheint ihm eine Äußerung des in der Schweiz geborenen Lyrikers Yang Lian: „Wer ein chinesisches Gedicht in seiner deutschen Übersetzung liest, der sollte ihm einen Platz in der deutschen Literatur geben und dann entscheiden, ob es gut oder schlecht ist.“ Kubin zitiert diese Ansicht in seinem Buch „Die Stimme des Schattens“.

Die Dichter also im Exil, in Neuseeland, den USA, in London, Berlin – und ihr Übersetzer? „Warum fährt ein Mensch nach Peking?“, fragt der Essayist Wolfgang Kubin Mitte der 90er Jahre unter der Maske des „Fremden“ sich selbst. „Künden nicht Tag für Tag die Nachrichten von den überholtesten und abscheulichsten Dingen?“ Doch, einmal vor Ort: „Sehr schnell ist er, was er immer sein wollte, ein Mensch unter Menschen.“

Wolfgang Kubin, 1945 in Celle geboren, studierte Evangelische Theologie, Japanologie, Germanistik, Philosophie und Sinologie in Münster, Wien und Bochum. Er ist Lyriker, Essayist, emeritierter Hochschullehrer und Übersetzer moderner chinesischer Lyrik. Er lebt in Bonn und immer wieder in China.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins „Die Fähre“ e.V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und vom Kulturamt der Stadt Leipzig

 

 

 

BLOOMSDAY 2017 James Joyce »Ulysses«

16. Juni 2017 / 19.30 Uhr / Literaturcafé/Garten
 
BLOOMSDAY 2017
James Joyce »Ulysses«
Noil Branc 2012
Noil Branc 2012
Szenische Lesung mit Nicole Haase, Fabian Dellemann, Markus Sahr u.a.

Seit 1954 wandelt Dublin jeden 16. Juni auf den Spuren seines literarischen Ehrenbürgers Leopold Bloom, dem Protagonisten aus James Joyces »Ulysses«. Die Stadt feiert, singt und – man muss es sagen – säuft. Aber nicht nur Dublin, inzwischen hat der Bloomsday sogar in Städten wie Tokio oder dem kroatischen Pula Tradition.

Dieses Jahr schließt auch Leipzig sich den Festivitäten an, mit einer szenischen Lesung aus dem Roman. Der Anglist und Joyce-Enthusiast Fabian Dellemann führt in das Werk ein, jene moderne Odyssee, die einen einzigen Tag im Jahre 1904 umfasst und ganz nebenbei die gesamte westliche Schriftkultur Revue passieren lässt. Mittendrin Bloom, Jude mit ungarischen Wurzeln, ein Außenseiter, Antiheld, Alltagsabenteurer. Begleiten Sie ihn auf seinem fährnisreichen Weg durchs alte Dublin, ins Ormond-Hotel, wo er umschwirrt von den Bardamen Miss Douce und Miss Kennedy – den homerischen Sirenen – zu Mittag isst.

Es lesen die Schauspielerin Nicole Haase und Markus Sahr vor musikalischem Hintergrund.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

 

 

 

 

Mittwoch, 1. Februar
19.30 Uhr
Literaturcafé

ANGOLA ENTDECKEN!
Lesung mit Barbara Mesquita

Luanda, die Hauptstadt Angolas, gilt als teuerste Stadt der Welt, gleichzeitig ist sie als Ort tiefer sozialer Gegensätze verschrien. Mehrfach hielt Barbara Mesquita sich dort zu Dolmetschzwecken auf, früh auch übersetzte sie den angolanischen Schriftsteller und Befreiungskämpfer Pepetela und dessen hochkomischen Kriminalroman „Jaime Bunda, Geheimagent“ (ein afrikanischer Kollege James Bonds).

Vamos descobrir Angola! – „Entdecken wir Angola“ – war 1948 das Motto einer Gruppe angolanischer Intellektueller, die sich auf der Suche nach einer eigenen angolanischen Identität zusammenschlossen. Barbara Mesquitas Anthologie entlehnt der Bewegung ihren Titel und stellt darunter fünfzehn zeitgenössische Autoren vor. Das Erscheinen des Buches, 2015, fiel in das Jahr, in dem Angola den vierzigsten Jahrestag seiner Unabhängigkeit feierte.

„Wäre der deutsche Buchmarkt nicht ganz auf die englischsprachige Literatur ausgerichtet, dann gehörten Autoren wie Pepetela oder Luandino Vieira schon lange zur Weltliteratur“, so die Herausgeberin und Übersetzerin.

Geboren 1959 in Bremen, hat Barbara Mesquita nach dem Abitur zwei Jahre in Porto gelebt und anschließend in Hamburg Romanische Philologie, Germanistik und Politikwissenschaft studiert. Sie ist Freie Literaturübersetzerin und Konferenzdolmetscherin für Portugiesisch und Spanisch. Einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bildet die portugiesischsprachige Literatur Afrikas (Angola und Cabo Verde). 2002 wurde sie mit dem Förderpreis für literarische Übersetzung der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins „Die Fähre“ e.V., gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und vom Kulturamt der Stadt Leipzig

 

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