2016

DAS WORT UND SEIN SCHATTEN:

GRENZWELTEN

 

 

 

 

OKTOBER (HAUS DES BUCHES):

Do, 20. 10., 18 Uhr Saal 1

 

Begegnungen in Triest / Grenzwelten

Gespräch mit Ilse Pollack und Matteo Colombi

Zwei ausgewiesene Kenner des einst größten Hafens der k.u.k. Monarchie lassen die literarische Szene der Stadt Revue passieren.

Die Österreicherin Ilse Pollack wuchs an der Grenze zu Slowenien (damals Teil von Jugoslawien) auf, studierte Romanistik in Wien und Paris und arbeitete nach ihrem Studium als Lektorin in Portugal. Der Gang nach Lissabon war für sie der Beginn einer umfangreichen Lehr- und Übersetzungstätigkeit. An der „Universidade Clássica“ war sie viele Jahre lang Lektorin und vermittelte in beide Richtungen. Als Journalistin schrieb sie für die Zeitschrift „Wiener Tagebuch“ zu Portugal (lesenswert noch immer ihr Buch „Fado – Lebensbilder aus Portugal“), portugiesischen Lesern suchte sie mit ihren Essays „Mundos de Fronteira“ („Grenzwelten“) die literarische Welt Mittel- und Südosteuropas näherzubringen.

Nach Österreich zurückgekehrt, wurde Triest zu einem Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Dort traf sie früh italienisch- und slowenischsprachige Autoren, die später auch im deutschsprachigen Raum bekannt werden sollten. Sie übersetzte aus dem Italienischen Scipio Slatapers Tagebücher „Mein Karst“ (auf Platz 2 der Südwestfunk Bestenliste) und machte den jung verstorbenen Schriftsteller und dessen Bekenntnis zum „zerrissenen Triest“ in Deutschland bekannt.

Der Italiener Matteo Colombi, in der Nähe von Bergamo geboren, studierte Slawistik in Bologna, Leipzig und Prag und promovierte mit einer Arbeit zu „Multiethnizität und Multikulturalität in Prag und Triest“. Er arbeitete am GWZO in Leipzig und lehrt an der Humboldt-Universität in Berlin.

 

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig.

Eintritt 3.- / ermäßigt 2.- Euo

 

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SEPTEMBER (Haus des Buches)

29.9. , 17 Uhr Saal 1: Internationaler Tag der Übersetzer 

Mit Reinhild Böhnke, Arne Braun, Thomas Eichhorn, Regina Karachouli,
Juliane Lochner, Ralf Pannowitsch und Markus Sahr

Anlässlich des Hieronymus-Tages am 30. September werden Mitglieder der FÄHRE in ihrer traditionellen Lesung neue Übersetzungen aus Lyrik und Prosa vorstellen.

In diesem Jahr stehen vor allem politische Texte im Mittelpunkt: Markus Sahr wird vier Gedichte präsentieren, die in einem ganz besonderen Zusammenhang stehen: Es geht um Krieg und Ängste – von Guernica bis Bagdad. Regina Karachouli stellt die libanesische Autorin Iman Humaidan mit ihrem Roman »50 Gramm Paradies« vor, in dem sie die Emigrationserfahrungen einer syrischen Journalistin, einer Kurdin und einer Libanesin beschreibt. Und Ralf Pannowitsch behauptet mit Daniel Klein: »Immer wenn ich den Sinn des Lebens gefunden habe, ist er schon wieder woanders.«

Dass der Sinn des Lebens nicht in Wahlen bestehen kann, beweist Arne Braun. Sie liest aus ihrer neuen Übersetzung des niederländischen Autors David Van Reybrouck »Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist.« Thomas Eichhorn lässt das Kaleidoskop seiner Lyrik-Übersetzungen aufblitzen. Es handelt sich um englische, französische und spanische Gedichte.
Reinhild Böhnke stellt den Roman »I Am No One« von Patrick Flanery vor, in dem die fatalen Folgen der NSA-Tätigkeit beschrieben werden. Juliane Lochner schließlich wird aus der Übertragung ihres neuesten Liebesromans »Eine hinreißende Affaire« von Tawna Fenske lesen.

Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

 

Regina Karachouli liest aus Iman Humaidans Roman „50 Gramm Paradies“

Arne Braun nach ihrer Lesung

 

 

  1. April, 19:30 Uhr im Literaturcafé / Haus des Buches

JOANNA MANC UND RENATE SCHMIDGALL / GRENZWELTEN

 

Echo in den Gassen
Die Autorinnen in Lesung und Gespräch
Moderation: Markus Sahr

Junge polnische und deutsche Lyrik, jeweils gespiegelt im anderen Idiom. Die eine, Joanna Manc, schreibt Gedichte auf Polnisch und Deutsch, die andere, Renate Schmidgall, hat mit polnischen Gedichten angefangen und schreibt seit einiger Zeit ausschließlich deutsch.

Übersetzerinnen aus dem Polnischen sind beide: Renate Schmidgall, ausgezeichnet mit dem Europäischen Übersetzerpreis und dem Karl-Dedecius-Preis, überträgt etwa die späten Gedichte der polnischen Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska oder die Prosa von Andrzej Stasiuk ins Deutsche, macht aber auch mit jüngeren und jüngsten Autoren wie Łukasz Jarosz bekannt.

Joanna Manc, in Polen geboren und mit neun Jahren nach Deutschland gekommen, übersetzt gleichfalls ins Deutsche, bleibt in ihrer Lyrik jedoch der polnischen Muttersprache treu. Für ihre Gedichte erhielt sie beim Internationalen Lyrikwettbewerb»Féile Filíochta« in Irland 2008 den 2. Preis in der Kategorie »Deutsch«. Im Haus des Buches gestalten beide einen polnischen Abend und stellen dabei auch eigene Arbeiten vor.

Eintritt: 3,-/2,- EUR.
Veranstaltung des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e. V. und des Kuratoriums Haus des Buches e.V., gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

 

 

So schleppe ich meine Kindheit von Wohnung

zu Wohnung, ungeöffnet. Als käme irgendwann

die Erleuchtung aus diesen Kisten,

ein Blitz, der alles erhellt: die trockene

 

Kehle, wenn die Luft, von Wein gesättigt,

in lauten, rauchigen Zimmern steht, wenn

uferlos Lachen die Wände durchbricht;

die Angst im Bauch, wenn einer die Tür schließt.

 

 

Renate Schmidgall

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